Konzepte
Grundlegende Systemprinzipien für Architekturentscheidungen.
Leitfrage: Welches Grundprinzip erklärt das beobachtete Verhalten im System?
Adaptation
Adaptation beschreibt, wie Systeme aus Veränderung lernen und ihr Verhalten anpassen.
Circular Causality
Zirkuläre Kausalität beschreibt Rückwirkungen statt linearer Ursache-Wirkung.
Complex Adaptive Systems
Komplex adaptive Systeme verändern ihr Verhalten durch lokale Anpassungen und Rückkopplungen vieler Bausteine.
Constraints and Bottlenecks
Engpässe begrenzen die Gesamtleistung des Systems und verschieben die Wirksamkeit von Verbesserungen.
Conway's Law
Organisationen, die Systeme entwerfen, sind gezwungen, Designs zu entwickeln, die Kopien der Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen sind.
Delays
Zeitverzögerungen (Delays) existieren in jedem System. Sie verzerren unsere Wahrnehmung von Ursache und Wirkung und treiben uns zu radikalen Überreaktionen.
Emergence
Emergenz beschreibt globale Systemeigenschaften, die erst durch das Zusammenspiel lokaler Teile entstehen und nicht aus den Einzelteilen vorhersagbar sind.
Feedback Loops
Rückkopplungsschleifen (verstärkend oder ausgleichend) sind die Grundbausteine, die Systemverhalten über Zeit antreiben oder stabilisieren.
Interdependence
Elemente in einem System sind wechselseitig abhängig; man kann keinen Teil isoliert verändern, ohne das Ganze zu beeinflussen.
Leverage
Leverage (Hebelwirkung) bezeichnet Stellen im System, an denen kleine, gut platzierte Eingriffe tiefgreifende und dauerhafte Wirkungen erzeugen.
Mental Models
Mentale Modelle sind tief verankerte Annahmen im Kopf, die bestimmen, welche Systemsignale wir überhaupt wahrnehmen und wie wir Entscheidungen treffen.
Non Linear Effects
Nicht-Lineare Effekte bedeuten, dass kleine Ursachen massive Wirkungen entfalten können – und gewaltige Anstrengungen oft wirkungslos verpuffen.
Open and Closed Systems
Geschlossene Systeme entkoppeln sich von ihrer Umwelt, offene Systeme stehen im ständigen Energie- und Informationsaustausch.
Policy Resistance
Komplexen Systemen wohnt oft eine Abwehrkraft inne, die jeden gut gemeinten Lösungsversuch kontert und abblockt.
Purpose and Function
Jedes System hat einen objektiven Zweck oder eine Funktion, die man am tatsächlichen Verhalten ablesen kann – nicht am offiziellen Slogan.
Requisite Variety
Ashby's Law of Requisite Variety besagt: Nur Vielfalt kann Vielfalt absorbieren. Um ein komplexes System zu steuern, braucht das Steuerungssystem mindestens genauso viele Handlungsmöglichkeiten wie das zu steuernde System.
Resilience
Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems, zerstörerische Schocks von außen nicht nur zu überleben, sondern sich zu erholen und seine Struktur zu bewahren.
Self-Organization
Selbstorganisation ist die verblüffende Eigenschaft komplexer Systeme, Strukturen, Muster und Lernprozesse völlig ohne zentrale Baupläne oder Kontrollinstanzen hervorzubringen.
Soziotechnische Architektur
Softwarearchitektur kann niemals unabhängig von den Menschen und Teams betrachtet werden, die sie erschaffen und betreiben.
System Boundaries
Systemgrenzen sind rein mentale Linien, die wir ziehen, um zu trennen, was zu unserer Architektur gehört und was angeblich "außerhalb" unserer Kontrolle liegt.
Systemisches Denken im Architekturkontext
System Thinking analysiert die Verflechtungen, Rückkopplungen und Zeitverzögerungen der Einzelteile, statt sie isoliert zu reparieren.
Top-Down vs. Bottom-Up Architecture
Das Navigieren zwischen harten zentralen (Top-Down) Architekturrichtlinien und lokaler (Bottom-Up) Evolution der Teams.